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Grußwort der Projektleiterin
Unser 3. Internationaler Marianne-Brandt-Wettbewerb ist sehr gut gelaufen. Neben einer Ausstellung zu den Desinger´s Open in Leipzig gibt es eine weitere im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Dresden.

Grußwort der Projektleiterin des 3. Internationalen Marianne-Brandt-Wettbewerbes, Ilona Rosenkranz, anl. der Ausstellungseröffnung im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Dresden, am 01.11.2007

Sehr geehrte Staatsministerin,
sehr geehrte Gundula Sell,
liebe Teilnehmer des Wettbewerbes,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf Sie im Namen der Träger des 3. Internationalen Marianne-Brandt-Wettbewerbes, dem Kunstverein VILLA ARTE e.V. Chemnitz und dem Sächsischen Industriemuseum Chemnitz auf das Herzlichste begrüßen.
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst ist - und das will ich sehr deutlich sagen - immer ein guter und verlässlicher Partner für unser Projekt gewesen.

Die gute Zusammenarbeit mit dem SMWK begann bereits vor dem ersten Wettbewerb, der im Jahre 2000 ausgeschrieben wurde und bestätigt sich nicht nur über die Bereitstellung von Fördermitteln sondern auch über eine permanente Unterstützung bei der Realisierung dieses Projektes.

Auch der Sonderpreis der Kunstministerin, der bereits zum 2.Male vergebenwerden konnte, ist nicht nur ein Zeichen für die Wertschätzung unserer Arbeit, die wir für die jungen Gestalter und deren künstlerische Entwicklung tun, sondern auch für die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten aus ganz Europa.

Und nun bekamen wir auch noch die Einladung, hier im Hause der Staatsregierung eine Ausstellung mit unseren Preisträgerarbeiten zu gestalten.

Wir sind dieser Einladung nicht nur sehr gerne gefolgt, wir sind sehr stolz und fühlen uns sehr geehrt, dass uns das Sächsische Staatsministerium damit eine weitere Chance bietet, den Wettbewerb, seine Absicht und nicht zuletzt die Schöpfer der preisgekrönten Arbeiten noch bekannter zu machen. Im Namen aller Beteiligten sage ich Ihnen vielen herzlichen Dank, auch für Ihr ganz persönliches Engagement und für Ihre Unterstützung, Frau Dr. Stange, Frau Sell, Frau Weber, Frau Rogoll und Frau Giebel.

Der Marianne-Brandt-Wettbewerb will das Schaffen einer großen Gestalterin würdigen, die unter zwei totalitären Regimen zu ihren Lebzeiten nicht die Anerkennung erfuhr, die sie auf Grund ihres bemerkenswerten Werkes verdient hätte.

Aber nicht nur diese Absicht verfolgt das Projekt, welches sich im Jahre 2001 anschickte, im Rahmen eines Wettbewerbes die ehemals hohe Gestaltungs-kultur der Sächsischen Wirtschaft wieder zu beleben. Wir haben die Absicht, jungen Gestaltern bei ihrem Start in die freiberufliche Tätigkeit zu helfen und sie vorwärts zu bringen.
Das wurde erkannt und anerkannt: aus ganz Europa trafen bisher insgesamt ca. 1.100 Einreichungen ein. Der Wettbewerb stand, wie schon seine 2 Vorgänger unter dem Motto "Die Poesie des Funktionalen".

In den Kategorien Produktgestaltung, Fotografie und Regiodesign waren es diesmal beim 3. Wettbewerb allein 273, aus denen die hochkarätige Jury die besten Arbeiten zu küren hatte. Das war nicht leicht, man hat sich 3 Tage lang, teilweise sehr heftig gestritten, bis die 60 Exponate ausgewählt waren.

Am 30. September fand die Preisverleihung im Opernhaus Chemnitz statt. Neben den 3 Hauptpreisen und dem Förderpreis der Kunstministerin, wurden noch 9 Anerkennungen und zahlreiche Sonderpreise vergeben, die zum Beispiel von Unternehmen, wie Alessi Italien, IKEA Chemnitz, vitra, USM Haller, gestiftet wurden. Anschließend zeigte das Sächsische Industriemuseum bis zum 23. Oktober die ausgewählten Exponate in einer sehr gelungenen Ausstellung. Im ausliegenden Katalog sind alle diese Arbeiten zu betrachten.

Wir zeigen Ihnen nun hier in dieser Ausstellung die Gewinner, d.h. alle preisgekrönten Arbeiten.

Erlauben Sie mir nun ein paar Worte zur Namensgeberin unseres Wettbewerbes:

Die in Chemnitz geborene Bauhauskünstlerin hat mit ihren Arbeiten in den zwanziger Jahren schon früh den modernen Anspruch der Einheitlichkeit von Gebrauch und Form vertreten und praktisch verwirklicht.

1923 begann sie ihre Studien am Bauhaus, hier gehörten Laszlo Moholy- Nagy, Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee zu ihren Lehrern. 1929 macht sie ihren Abschluss mit Diplom und arbeitete anschließend im Bauatelier von Walter Gropius in Berlin.

Von 1929-1932 war sie Leiterin der Entwicklungsabteilung in der Metallwarenfabrik Ruppelwerke Gotha und erneuerte dort das gesamte Produktionsprogramm.

Auch hier in Dresden lehrte Marianne Brandt in den Jahren 1949-1951 als Dozentin für Holz, Metall und Keramik an der Hochschule für Werkkunst, wonach sie von 1951-1954 in Berlin zum Institut für Industrielle Gestaltung der Kunsthochschule Weißensee ging.

Die Produktentwürfe der Marianne Brandt, die das Niveau der Metallwerkstatt des Bauhauses in Weimar und in Dessau maßgeblich mit prägten, haben über das Jahrhundert hinweg bis heute die Maßstäbe modernen Designs mitbestimmt. Einige Ihrer Entwürfe werden noch heute von namhaften Firmen, wie Alessi Italien, Kandem oder Technolumen, hergestellt.

Nun zu unseren jungen Gestaltern und Fotografen:
Ihnen und Ihren Exponaten gebührt vor allem unsere Aufmerksamkeit. Kostet es nicht nur viel Energie und Schöpferkraft, sich gestalterisch und künstlerisch zu betätigen, auch die damit in Zusammenhang zu bewältigenden produktionstechnischen und logistischen Aufgaben und sind teilweise immens. Auch dafür - für dieses Bemühen- vielen herzlichen Dank allen Teilnehmern, auch denen, die leider nicht in die engere Wahl gelangt sind.

Ich darf Ihnen jetzt die Preisträger der 3 Hauptpreise nennen:
Aus der Kategorie Produktgestaltung wählten die Juroren eine konzeptionell angelegte Arbeit für den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis aus. "Geschirr ohne Altersgrenzen" ist sicher kein alltägliches Thema, schon die Beschäftigung mit diesem sozialen Thema ist beachtenswert. Umso mehr ist dies der Fall, wenn es sich, wie bei dieser Arbeit, um sehr durchdachte und hervorragend gestaltete Porzellan- und Glasgefäße handelt. Sven Benterbusch, ein Berliner Designer, setzt dabei ein Thema von sozialer Bedeutung ästhetisch und funktional überzeugend um.
Dem Gestaltungsprozess liegt eine sorgfältige Analyse der mit dieser Thematik Verbundenen Problemfelder zugrunde.

"Abwesenheitsnotizen" nennt sich eine Bildserie der Fotografinnen Karen mWeinert und Anja Bohnhof, die mit hohem Aufwand Arbeitsräume berühmter Persönlichkeiten zeigt. Karen Weinert und Anja Bohnhof erhielten mit ihrer Serie "Abwesenheitsnotizen" den 1.Preis in der Kategorie Fotografie. Sie fotografierten an verschiedenen Stellen Deutschlands die Schaffensorte berühmter Menschen, die Teil unseres kollektiven Gedächtnis und Kulturverständnis sind. Allerdings sind die Lutherstube, das Arbeitszimmer Carl Maria von Webers und das Arbeitszimmer Albert Einsteins leer. Die Jury überzeugte die klare Formensprache und feine Ausarbeitung der Bilder.

Schwierig war die Entscheidung in der dritten Kategorie, welche bei jeder mAusschreibung des Wettbewerbes wechselt. Dieses Mal hatten wir das nicht ganz einfach zu umschreibende Thema Regiodesign gewählt. Gemeint sind gestalterische Konzepte für Kommunen oder Regionen von Leitsystemen bis hin zu Stadtmöblierung. Den 1. Preis erhielten die beiden Schweizer Designer Regina Furger und Martin Nagel für ein ausgeklügeltes System von Stadtplänen für Blinde.

Der Stellenwert des Marianne-Brandt -Wettbewerbes ist nach dem 3. Male als hoch zu bewerten, er entwickelt sich zum Impulsgeber- auch international ist die Akzeptanz gewachsen.

Nils Holger Moormann bestätigt mit seinem Grußwort im Katalog, dass unsere Preise wirklich Preise sind und deutet damit an, dass unser Wettbewerb nicht kommerziell orientiert ist - wie einige andere Design-Wettbewerbe. Darauf sind wir stolz und wir hoffen sehr, dass wir diesen künstlerischen Vergleich zwischen der europäischen Gestalter-Jugend mit gleichem Anliegen und im Sinne von Marianne Brandt fortführen können.

Inzwischen erfahren wir Hilfe und Unterstützung bei der Bekanntmachung unserer Ausschreibung von internationalen Akademien, Universitäten, Hochschulen, Künstlerverbänden, Zeitschriften und sogar Botschaften. Natürlich auch von der Stadt Chemnitz und der Sparkasse Chemnitz.Ich darf dieser Ausstellung - nicht ganz uneigennützig -aber doch ganz sehr im Interesse der Teilnehmer des Wettbewerbes- Erfolg und viele Besucher wünschen und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
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